Nach wenigen Minuten ist Schluss: Die Trommel rührt sich nicht, der Waschgang endet vorzeitig, und im Display steht E52 – je nach Bedienteil E:52. Im ausgelesenen Speicher taucht dieselbe Störung als F52 auf, in den langen Schreibweisen als E00-52 und F00-52 und bei neueren Geräten in der zweiteiligen Form E60-27. Dahinter steht immer derselbe Befund: Der Halbleiter, über den der Antrieb seinen Strom bekommt, ist hochohmig geworden. Er leitet nicht mehr, und beim Motor kommt nichts an.
Fehlercode: E52 / F52
Marke: Siemens
Gerät: Waschmaschine
Betrifft: Siemens-Frontlader, bei denen eine eigene Motorelektronik verbaut ist – vor allem die Reihen iQ700 und iQ800 mit den Typen WM14S…, WM16S… und WM16Y…, belegt unter anderem an einer WM16S793. Dazu kommen die unterbaufähigen WU-Geräte, die WK-Einbaumaschinen und die schmalen WS-Modelle mit derselben Leistungselektronik. Der Zeitraum reicht etwa von Baujahr 2004 bis 2018.
Ursache
- Antriebsplatine: Der Halbleiter unter dem großen Kühlblech der Motorelektronik ist durch. Darauf laufen die allermeisten Fälle hinaus, und man sieht dem Bauteil von außen meist überhaupt nichts an.
- Kabelweg: Eine Leitung auf dem Stück zwischen Elektronik und Antrieb ist gerissen, oft genau dort, wo sie bei jedem Schleudergang mitschwingt.
- Steckkontakt: Eine Verbindung zwischen Motorelektronik und Antrieb hat sich gelöst oder ist angelaufen, sodass der Strom nur noch schlecht oder gar nicht durchgeht.
- Motorwicklung: Ist im Antrieb selbst eine Wicklung durch, sieht die Steuerung genau dasselbe und meldet dieselbe Nummer.
- Dauerlast: Wer die Trommel über Jahre randvoll fährt, bereitet diesem Schaden nach Erfahrung der Techniker den Boden; das Bauteil arbeitet dann dauernd am oberen Rand seiner Belastbarkeit.
Lösung
- Brechen Sie ab, holen Sie die Wäsche heraus und lassen Sie stehendes Wasser über das Flusensieb ab. Vorher Stecker ziehen und eine flache Schale bereitstellen, denn die Lauge kann heiß sein und läuft schneller heraus, als man denkt.
- Drehen Sie dann die leergeräumte Trommel bei gezogenem Stecker mit der Hand durch, mehrere volle Umdrehungen weit. Geht das leicht und ohne Geräusch, deutet alles auf die Elektronik und nichts auf ein mechanisches Problem – ein Punkt, den Sie dem Techniker gleich am Telefon nennen können.
- Erlauben Sie sich danach genau einen Kontrollstart ohne Wäsche und achten Sie darauf, ob überhaupt eine Bewegung zustande kommt oder ob die Trommel nur kurz zuckt.
- Brechen Sie sofort ab, sobald es nur brummt, zuckt oder scharf nach überhitzter Elektronik riecht. Weitere Startversuche bringen nichts und können den Schaden vergrößern.
- Warnung: Die Rückwand bleibt zu, solange der Stecker in der Dose sitzt, und auch danach warten Sie einige Minuten. Das Modul führt Netzspannung, und seine Kondensatoren bleiben noch minutenlang gefährlich aufgeladen – ein Griff dorthin kann lebensgefährlich sein, auch wenn das Display längst dunkel ist.
- Geben Sie das Gerät in die Hände des Siemens-Kundendienstes oder einer Werkstatt, die Hausgeräteelektronik instand setzt. Fragen Sie dort ausdrücklich nach einer Instandsetzung der Platine, und packen Sie die Trommel danach nicht mehr randvoll.
Sicherheitshinweis
Trennen Sie das Gerät vor jeder Prüfung oder Reparatur immer vom Stromnetz. Bei Arbeiten an wasserführenden oder elektrischen Komponenten ist besondere Vorsicht geboten. Unsachgemäße Eingriffe können zu weiteren Schäden oder Sicherheitsrisiken führen.
Wann sollte ein Techniker kontaktiert werden?
Wenn sich der Fehler trotz der empfohlenen Schritte nicht beheben lässt, das Gerät ungewöhnliche Geräusche macht, Wasser austritt oder elektrische Bauteile betroffen sein könnten, sollte ein Fachtechniker hinzugezogen werden. Das gilt besonders dann, wenn Unsicherheit bei der Diagnose oder Reparatur besteht.
Hinweise
Der Schaden sitzt fast immer auf einer einzigen Platine, und die lässt sich häufig instand setzen statt komplett ersetzen; spezialisierte Elektronikwerkstätten reparieren genau diese Module, was deutlich günstiger sein kann als ein Neuteil. Der verbreitete Denkfehler ist, den Antrieb zu verdächtigen, denn bei den bürstenlosen iQdrive-Motoren ist der Motor selten das Problem. Eigene Lötarbeiten an einem netzspannungsführenden Modul sind für Laien tabu.
Bitte beachten Sie, dass die genaue Ursache je nach Modell und Baureihe abweichen kann. Auch wenn derselbe Fehlercode angezeigt wird, können technische Unterschiede zwischen einzelnen Geräten dazu führen, dass die tatsächliche Ursache im Einzelfall variiert.